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Kehren wir in die 50er Jahre und in die lateinischen Orchester zurück, die zu diesem Zeitpunkt ihre Orchestrierung bestimmen. Die Kupfersektionen (Saxophon, Posaune, Trompete) sind von der Rhythmik des Klaviers und des Basses von jetzt an unterstützt durch die Tumbas, Bongos und Pauken. Diese letzte Anordnung ist die Frucht unterschiedlicher Einflüsse.
Der Bongo ist von den Septetts des Son abstammend, der ursprünglich ausländische Tomba des Son wird von Arsen Rodriguez in den 30ern eingeführt und in der Folge öffnet Chano Pozo ihm die Türen des Jazz und der grossen Orchester.
Die Timball O, eine typisch kubanische Basisrhythmik, die vor allem im Danzon benutzt wird, trägt mit Hilfe von Tito Puente dazu bei, eine wichtige Verbindungsrolle zu spielen, zwischen der Paarung Bongo-Tumba und dem Rest des Orchesters. Die Timballes ersetzen so das amerikanische Schlagzeug, welches vom Jazz abstammt und erwirbt so eine neue offenere Sprache.
Der Austausch zwischen Kuba, NYC und der Rest der Karibik ist auf dem Höhepunkt, als am 1. Januar 1959, Fidel Castro das Regime von Batista stürzt und die erste kommunistische Regierung des Kontinentes ansiedelt. Dieses Ereignis ändert, auf die Eine oder andere Weise, den Lauf der Geschichte, der musikalischen Entwicklung, wiederspiegelt oder verlängert letzten Endes soziale Tatsachen.
Nichts wird mehr so sein wie früher, von jetzt an muss man ohne den riesigen Kulturreichtum auskommen, dessen Quelle Kuba war.
Uebergang in die "Sixties"
Von jetzt an also, wird sich die Musik ohne kubanischen Einfluss entwickeln. Sie bekommt einen Maulkorb vom neuen Politsystem Kubas, wie auch vom amerikanischen Blockus. Doch erzeugt diese historische Tatsache eine massenhafte Abwanderung kubanischer Musiker nach NYC.
Diese Lawine von Musikern fügt sich, dank der Big Bands, in den Gipfel des Ruhmes ein. In der Mitte des Jahrzehntes orientieren sich zahlreiche Big Bands dem amerikanischen Jazz zu (Machito). Zu diesem Phänomen kommt hinzu, dass den grossen Klubs die Alkohollizenz entzogen wird.
Dies entspricht etwa dem, wie wenn man einem Auto die Reifen abnehmen würde. Was übrigens einige Jahre später ihren Einsturz zur Folge hatte.
Das Publikum ist gezwungen den Broadway aufzugeben und in die kleineren Klubs zurückzukehren, in welchen bestenfalls, aus augenscheinlichen Platz- und Geldgründen, 10 Musiker empfangen werden können.
Diese Krise baut, mit der Erscheinung von neuen kleinen Orchestern, einen Pfeiler auf in einer Musiksprache, die in den siebziger Jahren einen unvergleichbaren Erfolg mit sich bringt.
Bevor wir auf das Schlüsselkapitel dieser Arbeit eingehen, scheint es grundlegend zu sein, andere äusserliche Elemente darzulegen, die auf eine endgültige Weise am Umbruch 1964 teilnehmen. Die Ankunft der Beatels in NYC in Begleitung einer riesigen Werbekampagne.
Sie schreiben die Gründung einer neuen Kultur oder Gegenkultur, eine internationale jugendliche Bewegung, die Europa und die USA umarmte. Diese neue gemeinsame Betrachtungsweise der Tatsachen fand ein Echo im Krieg von Vietnam, den Beatniks, Malcom X um über alles zu protestieren und umzustürzen, was eine fest eingerichtete Ordnung besitzt.
Im gleichen Atemzuge wie die USA und der Rest der Welt, kennen auch die karibischen Länder bedeutende soziale und politische Veränderungen. Musikalisch verbreitet sich jetzt die Popmusik ( auf englisch brutale Veränderung) international und siedelt sich schliesslich überall an. In diesem Sinne ist es wichtig, das Verhalten der amerikanischen Plattenfirmen aufzuzeigen.
Die Mehrheit gehört riesengrossen TV, Kino und News- Monopolen an und haben einen unermüdlichen Prozess des Billig-Mechanismus angefangen. In diesem Zusammenhang war der Teufel Kuba, vor einigen Jahren noch gepriesen als erdisches Paradies, von denselben Gesellschaften jetzt verpönt.
Die riesengrosse Maschinerie, welche die Geschmäcke des Publikums bestimmt, hat nun beschlossen, dass die Popmusik die Welt beherrschte und alles was aus dem Karibischen kam, war verboten, sozusagen zum Tode verurteilt als Strafgefangener von den Herrschern der grossen Massenkultur.
Origilaltext in Französisch: Daniel Genton; Uebersetztung: Markus Wechsler
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