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Salsa in den USA

Salsa in den fünfziger Jahren

NYC in den fünfziger Jahren nimmt der Jazz eine endgültige Kurve. In seiner Entwicklung hatte er sich von einer seiner Hauptanfangsfunktionen befreit: zum Tanzen anregen. Nach mehreren blühenden Jahrzehnten stecken die Tanzsalons diesen Schlag schlecht ein. Je länger je weniger weisse Paare begeben sich dorthin auf einen alten Swing, einem Tango oder einen schweisstreibenden Fox-Trott. Auf dem 53. Broadway befand sich das Palladium, ein Klub von unermesslicher Grösse, um tausend Tanzpaare zu empfangen. Er erfuhr dasselbe Schicksal wie die anderen Theater seiner Grösse. Aber der Veranstalter sieht durch eine glückliche Intuition, eine Lösung in der lateinischen Musik, ein neuer Motor, der das Nachtleben der Stadt neu ankurbeln könnte.

Auf dem Plakat von Machito & Sus Afrocubans, dirigiert von Mano Bauzà, einziges lateinamerikanisches
(und schwarzes) Orchester dem es erfolgreich gelingt, mit Prestige und Ungezwungenheit vor weissem Publikum (in der Mehrzahl Juden) aufzutreten. Das war im Jahre 1947, in voller Explosion des Be-Bob,
ein Schlüsseldatum des Auflebens der wesentlichen Dynamik zwischen karibischer Musik und dem Jazz.
( Pozo/Gillespie). Mitverantwortlich im Ausgang einer gemeinsamen Geschichte, welche immer bestanden
zu haben scheint.

Das Palladium ist ausverkauft und spezialisiert sich ausschliesslich auf die Förderung des neuen Phänomens. Machito erringt einen unermesslichen Erfolg und wird nicht nur ein Einflussfaktor in NYC, sondern auch in Havanna.

Jedoch in den fünfziger Jahren ist das Zentrum der karibischen Musik noch in Kuba, die Insel lässt sich's gut gehen, trotz der Herrschaft von Batista, die indirekt die Entwicklung zahlreicher kultureller Veranstaltungen erlaubte. Charangas (Orchesta Aragôn), Mambo (Perez Prado), der Cha Cha Cha, der Bolero, der Guaracha, der Son wurden von erstklassigen Artisten interpretiert ( Sonara Matancera, Arsenio Rodriguez, Beni Moré, Miguelito Valdez, Chapotin, Israel Cachao Lôpez) Diese glorreiche und innovative Zeit verursachte verfeinerte Formen, in dieser unverkennbar kubanischen Art.

Das kubanische Spektrum umfasst die gesamte Karibik ( Puerto Rico, Panama, Dominikanisch Kolumbien, Venezuela, Mexiko) und insbesondere bei den Karnevals, wo es eine entgültige Begeisterung bei den Tänzern auslöste. Jede musikalische Entwicklung auf der Insel sah man postwendend in NYC, in Caracas, Puerto Rico, Panama. Allerdings war Kuba auf keinen Fall das einzige Land, das wertvolle und interessante Rhythmen besass. Der Insel ist es dennoch gelungen, alle notwendigen Bedingungen zusammenzufügen, um das musikalische Zentrum der Karibik zu werden.

In den zwanziger Jahren schlug der Son (Wurzel des heutigen Salsa) wie eine Bombe ein, in einem Ausmass, dass er schon in den dreissiger Jahren als legitimer karibischer und nicht als ausschliesslich kubanischer Musikstil angesehen wird. Seine Form stellt sich als wesentliches Element und Gründer der karibischen Musik des XX Jahrhunderts dar.
Origilaltext in Französisch: Daniel Genton; Uebersetztung: Markus Wechsler